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Berufsreifeprüfung (BRP)

Inhaltsverzeichnis



Was ist die Berufsreifeprüfung?

Die Berufsreifeprüfung (BRP) ermöglicht Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, eine uneingeschränkte Zugangsberechtigung zu Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen, Kollegs und Akademien zu erwerben.
Sie gilt in Österreich wie eine Matura.

Die Berufsreifeprüfung besteht aus vier Teilprüfungen. Viele Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung sind so angelegt, dass Sie sie neben Ihrer Arbeit besuchen können.

Für Lehrlinge, die eine Berufsreifeprüfung absolvieren möchten, gibt es das Programm "Lehre mit Matura".

Wenn Sie genau wissen, was Sie studieren möchten, und daher keine uneingeschränkte Zugangsberechtigung benötigen, so können Sie auch eine Studienberechtigungsprüfung ablegen. 


Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um eine Berufsreifeprüfung ablegen zu können?

Sie müssen zum Zeitpunkt der letzten Prüfung

  • das 19. Lebensjahr vollendet und
  • eine Berufsausbildung abgeschlossen

haben.

Dabei werden folgende Formen der Berufsausbildung anerkannt:  

  • Lehrabschlussprüfung oder
  • Facharbeiterprüfung gemäß des land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetzes oder
  • mindestens dreijährige mittlere Schule oder
  • mindestens dreijährige Ausbildung nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz oder
  • mindestens 30 Monate umfassende Ausbildung zum medizinisch-technischen Fachdienst und zum Sanitätshilfdienst oder
  • Meisterprüfung gemäß der Gewerbeordnung oder
  • Befähigungsprüfung gemäß der Gewerbeordnung oder
  • land- und forstwirtschaftliche Meisterprüfung oder
  • Dienstprüfung gemäß des Beamten-Dienstrechtsgesetzes oder des Vertragsbedienstetengesetzes (mindestens dreijährige Dienstzeit nach dem 18. Lebensjahr) oder
  • erfolgreicher Abschluss des III. Jahrganges einer berufsbildenden höheren Schule oder einer 3. Klasse einer höheren Anstalt für Lehrer- und Erzieherbildung (jeweils mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit) oder
  • erfolgreicher Abschluss eines Hauptstudienganges an einem Konservatorium oder
  • erfolgreicher Abschluss eines mindestens dreijährigen künstlerischen Studiums an einer Universität* oder
  • erfolgreicher Abschluss einer Ausbildung zum/zur HeilmasseurIn oder
  • erfolgreicher Abschluss einer Ausbildung in der medizinischen Fachassistenz 

Die detaillierten Zulassungsbedingungen sind im Berufsreifeprüfungsgesetz  nachzulesen.

  • Das Universitätsgesetz 2002 definiert unter anderem als Allgemeine Universitätsreife in §64: "[..] 4.Urkunde über den Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung;" Ein abgeschlossenes mindestens dreijährigen künstlerische Studium an einer staatlichen/akkreditierten Universität entspricht also einer Matura. Damit ist für ein weiteres nicht künstlerisches Studium keine Berufsreifeprüfung notwendig.


Wie läuft eine Berufsreifeprüfung ab?

Die Berufsreifeprüfung besteht aus den Teilprüfungen Deutsch, Mathematik, Lebende Fremdsprache sowie Fachbereich. Die Prüfung im Fachbereich bezieht sich auf Ihre berufliche Erstausbildung.

Die BRP ist eine Externistenprüfung, das bedeutet, dass Sie Prüfungen bei der Externistenprüfungskommission einer öffentlichen höheren Schule (AHS, HAK, HTL, HLW u. Kindergartenpädagogik) ablegen. 

Wenn Sie alleine, also ohne Kurs, für die Berufsreifeprüfung lernen, müssen Sie alle vier Prüfungen vor dieser Kommission ablegen. 

Sie können aber auch einen anerkannten Vorbereitungskurs in einer Einrichtung der Erwachsenenbildung besuchen. In diesem Fall können Sie bis zu drei Teilprüfungen in dieser Einrichtung ablegen; mindestens eine Teilprüfung müssen Sie aber ebenfalls vor der Externistenprüfungskommission ablegen. 

Nähere Infos:  


Wie melde ich mich zur Berufsreifeprüfung an?

Sie stellen an einer höheren Schule einen Antrag auf Zulassung zur Berufsreifeprüfung. An welche Schulen Sie sich wenden können, erfahren Sie vom Stadtschulrat Wien oder den LandesschulrätenIhres Bundeslandes bzw. bei der Einrichtung, bei der Sie den Vorbreitungskurs besuchen möchten. Hinweis: Nach der erfolgreichen Zulassung können Sie die Prüfungskommission und den Lehrplan, nachdem Sie geprüft werden, nicht mehr wechseln!


Kann ich mir Prüfungen aus anderen Ausbildungen anrechnen lassen?

Diese Möglichkeit besteht. Erkundigen Sie sich, wenn Sie den Zulassungsantrag stellen oder sich zu einem Vorbereitungskurs anmelden. 

  • Insgesamt werden unter bestimmten Voraussetzungen erfolgreich abgelegte Prüfungen oder Teilprüfungen anerkannt, die im Rahmen einer abschließenden Prüfung an einer höheren Schule, eines Studiums an einer Akademie, einer Fachhochschule, einer Hochschule oder einer Universität anerkannt. 
  • In Mathematik werden erfolgreich abgelegte Teilprüfungen von Studienberechtigungsprüfungen in „Mathematik 3“ anerkannt. 
  • Im Fach Lebende Fremdsprache werden erfolgreich abgelegte Teilprüfungen von Studienberechtigungsprüfungen in „Lebende Fremdsprache 2“ sowie bestimmte Zertifikate (z.B. Cambridge Certificate in Advanced English (CAE), Business English Certificate Higher (BEC) anerkannt.
  • Bestimmte Berufsausbildungen ersetzen den Fachbereich (bestimmte Meisterprüfungen, Werkmeisterschule, dreijährige Fachakademie, Krankenpflegediplom, bestimmte Befähigungsprüfungen etc.).

Im Detail können Sie die Anrechenbarkeiten in dieser Verordnung nachlesen.

Wie ist das Prüfungsniveau der Teilprüfungen?

Die Teilprüfungen der BRP werden nach einem geltenden kompetenzorientierten Lehrplan einer höheren Schule bzw. nach dem kompetenzorientierten BRP-Lehrplan für Erwachsenenbildungseinrichtungen geprüft.

Ab 1. Mai 2017 werden Teilprüfungen der BRP als Zentralmatura durchgeführt. Dies wird in der Regel bereits alle BRP-Vorbereitungskurse betreffen, die im Herbst 2016 beginnen.

In welchem Zeitraum können/sollen die Teilprüfungen abgelegt werden?

Je nach Vorbildung dauert es meist ein bis zwei Jahre, bis man alle Teilprüfungen absolvieren kann. Sie können sich aber soviel Zeit lassen, wie Sie brauchen, da bereits abgelegte Prüfungen nicht verfallen.

Wenn Sie an einer höheren Schule formal zur BRP angemeldet sind und einen Zulassungsbescheid erhalten haben, und sich während ihrer Vorbereitungszeit der Lehrplan ändert, dann können Sie innerhalb von fünf Jahren die Prüfungen nach dem zur Anmeldung geltenden Lehrplan ablegen. Nach dieser Frist müssen Sie gegebenenfalls die fehlenden Prüfungen nach den neuen Lehrplänen ablegen.


Was ist der Unterschied zu einer Studienberechtigungsprüfung?

Die Berufsreifeprüfung und die Studienberechtigungsprüfung unterscheiden sich hinsichtlich der Voraussetzungen und der Berechtigungen (unbegrenzter bzw. begrenztere Hochschulzugang.)
Eine anschauliche Gegenüberstellung finden Sie im Überblick der Broschüre "Studieren ohne Matura" der ÖH.

TIPP: Wenn Sie eine gute Grundlage für Ihre Entscheidung suchen, z.B. welche Form der Matura oder Hochschulberechtigung für Sie am günstigsten ist,
so kann ein Gespräch  mit einer Bildungsberaterin oder einem Bildungsberater sehr hilfreich sein!
Kompetente Beratungseinrichtungen finden Sie im Atlas für Bildungsberatung.


   

Wird die Berufsreifeprüfung im Ausland anerkannt?

Leider nicht unbedingt. In Deutschland wird die Berufsreifeprüfung laut Erlass der Kultusministerkonferenz vom 20.12.2001 nicht als "vollwertiger Maturaersatz" für den Hochschulzugang anerkannt. Österreichische StudienwerberInnen mit Berufsreifeprüfung müssen zusätzlich ein Jahr Studium der angestrebten Studienrichtung in Österreich nachweisen. 

Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen fehlender Anerkennung als Hochschulzugang versus eventuell möglicher Anerkennung als Matura/Abitur. Beispiel: Personen, die in Deutschland eine Berufsausbildung machen möchten, die bei den BewerberInnen eine Zugangsberechtigung zum Hochschulstudium voraussetzt, können mit der Berufsreifeprüfung ebenfalls abgewiesen werden. Ein Ablegen der Studienberechtigungsprüfung, welche anerkannt werden würde, ist aber in Österreich per Gesetz nicht mehr möglich.Ist jetzt passiert bei einer PilotInnenausbildung. In den Unterlagen stand "Hochschulzugang/Studienberechtigungsprüfung" als Voraussetzung. Hier liegt ein Interpretationsspielraum bei Hochschulzugang versus Matura vor. Wenn in den Unterlagen als Voraussetzung Matura gestanden wäre, hätte die Person eine Chance gehabt. Auch wenn ein derartiger Fall nicht oft vorkommt, ist es für die Betroffenen extrem ärgerlich.


Kurse und Förderungen in den Bundesländern

Burgenland

Vorbereitungskurse

Förderungen


Niederösterreich

Vorbereitungskurse

Förderungen


Oberösterreich


Salzburg

Vorbereitungskurse
Vorbereitungskurse werden in Salzburg von Wifi, Bfi und VHS angeboten; dabei bieten bfi und WIFI Kompaktlehrgänge mit Vormittags- bzw. Wochenendunterricht.
Die Kurse der VHS sind günstiger, aber auf 2 Jahre angelegt.
Nähere Information mit Schwerpunkt Salzburg: www.biber.salzburg.at/berufsreifepruefung.htm


Steiermark


Infos und Vorbereitungskurse

 Förderungen  


Wien

Vorbereitungskurse

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